Was lernt man bei einem Barista-Kurs und wo gibt es Angebote in der Nähe?

Barista-Kurs

Wer kann Barista werden?

Die gute Nachricht kommt zuerst: Die Ausbildung zum Barista steht allen Interessierten offen. Wer sich ganz privat für diesen abwechslungsreichen Job interessiert oder sich als Quereinsteiger in den Kosmos des Kaffees begeben möchte, kann dies ebenso tun wie Fachkräfte aus Hotels, Restaurants oder Küche. Generell streben vor allem in der Gastronomie Beschäftigte die Weiterbildung zum Barista an. Barista ist kein klassischer Ausbildungsberuf im dualen System wie es beispielsweise Restaurantfachkräfte sind. Es handelt sich vielmehr um eine ergänzende Ausbildung, die vergleichbar ist mit der eines Wein-, Bier- oder Wassersommeliers. Baristakurse in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Was wird wo gelehrt und wie steht es um die Kosten?

Wer eine solide und in Deutschland allgemein anerkannte Barista-Ausbildung anstrebt, kann sich an den Ausbildungsinhalten der örtlichen Industrie- und Handelskammern orientieren. Die Ausbildungsinhalte umfassen die allgemeine Warenkunde mit dem Schwerpunkt Kaffee und Espresso, Getränkearten und Zubereitungen, Rezepturen, das Arbeiten an den Maschinen und die Einhaltung von Hygienestandards. Das Herzstück der Ausbildung ist die Wissensvermittlung rund um die Bohnenmischung, den Mahlgrad, die Maschinen und die Handwerkskunst der Baristi.

(ca. 70 Unterrichtsstunde ab 850EUR IHK)

Die Kurse der renommierten Università del Caffè aus Triest, die auch in deutschen Großstädten angeboten werden, setzen sich aus den vier Modulen Coffee Lovers (Einstieg) und den UDC Barista Levels 1, 2 und 3 zusammen. Vermittelt werden Kaffeegeschichte, komplexes Wissen rund um die Bohnen, Aufschäumtechnik, Zubereitungsarten, Arbeitsabläufe, Maschinentechnik inklusive deren Reinigung und Instandhaltung, Latte Art (Kunst des schönen Milchschaums) sowie die Zubereitung von Kaffeecocktails. Daneben steht das sensorische Training (Geruch, Geschmack, Textur) im Fokus der Ausbildung.

(vier Module total 24 Unterrichtsstunden 845,00EUR UDC Deutschland)

International aufgestellt und mit deutschem Ableger (Chapter) hierzulande vertreten ist die Speciality Coffee Association SCA. Diese global agierende Vereinigung ist eine Nonprofit-Organisation. Sie bietet ihren Mitgliedern Fortbildungsprogramme, Events und Meisterschaften rund um den Kaffee an. Begehrt sind die Diplome und Zertifikate mit dem SCA-Label, die an regionalen deutschen Kaffeeschulen von jedermann erworben werden können. Dazu zählen auch die als Einstieg geeigneten Barista-Ausbildungen Basic und Mini. In den ein- oder zweitägigen Kursen dreht sich alles um den Kaffee, dessen Ernte, Röstung und das Mahlen der Bohnen, den perfekten Espresso sowie Handhabung, Reinigung und Wartung der Espressomaschine, das Aufschäumen der Milch und um die Zubereitung von Kaffeespezialitäten.

(7,5 Stunden ab 190EUR, 15 Stunden ab 300EUR nach SCA-Standard)

Training on the Job, Fernausbildung und Onlinekurse

Je nach individuellem Ausbildungs- und Karriereziel können Interessierte das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und ihre Ausbildung zum Barista im Rahmen einer Tätigkeit in der Systemgastronomie erlernen. Gleiches gilt für die Ausbildung an der Seite eines Baristaprofis. In der Systemgastronomie werden die auf das jeweilige Unternehmen speziell zugeschnittenen Lehrinhalte vermittelt, die im wesentlichen mit den bereits geschilderten Punkten übereinstimmen. Das erworbene theoretische und praktische Wissen wird durch Zertifikate des Unternehmens belegt. Wer beim Barista seines Vertrauens in die Lehre geht, bekommt in der Regel Theorie und Praxis aus einer erfahrenen Hand. Der Weg zum offiziellen Titel Barista führt über eine externe, kostenpflichtige Prüfung, die bei der Industrie- und Handelskammer abgelegt werden kann.

(IHK-Prüfungszulassung für Externe 170 bis 300EUR je nach Bundesland)

Welche Chancen bietet die Spezialisierung Barista?

Natürlich streben angehende Baristi nach einer besonders fundierten und anerkannten Ausbildung in Theorie und Praxis. Mit dem Zertifikat eines international angesehenen Ausbildungsunternehmens in der Tasche öffnen sich die globalen Türen zur glanzvollen Karriere als Barista. Es sind vor allem Restaurants, Hotels, Kreuzfahrtschiffe, Röstereien und Cafés, die weltweit Personalbedarf verzeichnen. Für alle in gastronomischen Berufen Tätige ist die Qualifikation als Barista ein zusätzliches Plus, denn es eröffnen sich neue Einsatzmöglichkeiten im Unternehmen. Mitunter ist der Abschluss als Barista die Initialzündung zur Gründung eines eigenen Unternehmens.

Warum in die Ferne schweifen?

Kaffeewissen, Kurse rund um Espresso, Milchschaum und Köstliches aus Kaffee und selbst eine Barista-Ausbildung – all das bieten nicht nur die bereits genannten Anbieter. Wer sich dem facettenreichen Thema Kaffee aus reinem Interesse nähern möchte, findet überraschend viele Angebote in seiner Umgebung. Neben Kaffeeschulen und privaten Bildungsinstituten sind es vor allem Kaffeeröstereien, die Kurse für die Allgemeinheit anbieten. Aktuell erfasst sind in Deutschland 230 Röstereien und die Tendenz ist steigend. Wichtige Informationen und Kontakte sind auf den elektronischen Seiten vom Deutschen Kaffeeverband einsehbar. Es lohnt sich ebenfalls das Bildungsangebot der örtlichen Volkshochschule zu prüfen, denn auch hier sind die Themen Kaffee, Espresso, Milchschaum, Geheimnisse der verschiedenen Zubereitungsarten und die Aufgaben der Baristi angekommen. Selbst lokale Veranstaltungsseiten listen Vorträge, Kurse und praxisnahe Veranstaltungen rund um den Kaffee, Verkostungen, die Tätigkeit des Baristas und die hohe Kunst des Milchaufschäumens und Dekorierens an.

Fazit

Der Job als Barista gilt vollkommen zu Recht als sehr attraktiv. Aus Kundensicht ist der Kaffeekünstler hinter dem Tresen Herr oder Herrin über ein Universum aus dampfenden, brodelnden und glänzenden Maschinen, deren duftendes Endprodukt in einer hübschen Tasse, einem Glas oder einem Becher serviert wird und den Geist angenehm belebt. Professionelle Baristi haben viel gemeinsam mit Barmaids und Barkeepern. Auch sie arbeiten im direkten Kontakt mit ihrer Kundschaft und verfügen über ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen.